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von Andi Beeker

Vorgeschichte

Als ich 1999 das erste mal in Neuseeland war, habe ich schon den Plan geschmiedet wieder zurückzukommen. Damals wollte ich für ein Jahr dort arbeiten, leben und herausfinden, ob es auch ein längerfristes Zuhause sein könnte. Damals war auch noch die Zeit, als ich vom Drachenfliegen nur träumte und meine anderen Sportgeräte relativ leicht zu transportieren bzw. organisieren waren. Im Januar/Februar 2003 war ich dann nochmals dort, kurz bevor der Traum vom Fliegen real wurde.

 Und dann kam der Hammersommer 2003; der Sport hatte großen Zulauf und auch ich wagte mich in der Höllenhitze vom Übungshang. Es war so anstrengend, daß ich manchmal an meinem Vorhaben zweifelte und beinahe ins Sackhüpferlager überwechselte. Als ich mich dann endlich zum ersten Höhenflug vorbereitete, war klar - in Zukunft heißt es nur noch: Landeplatz anschauen, Drachen auf die Gondel, in die Gondel einsteigen und nach ca. 20 Minuten und 'ner kurzen Jausen gings ab.

Mitte 2004 hatte ich meine ersten unbeaufsichtigten AusFlüge dann hinter mir und es waren ja auch schon wieder eineinhalb Jahre seit dem letztem Neuseelandurlaub vergangen. Mein Arbeitgeber vermutete, daß mein ursprünglicher Plan für ein Jahr nach Neuseeland zu reisen in die ferne gerückt sei - wie gesagt dachte ER. Nach kurzen Hin- und Her durfte ich dann doch gehen und bekam darüberhinaus auch noch die angesammelten Stunden als finanzielle Urlaubsüberbrückung in die Reisetasche.

Ungefähr drei Monate bevor es dann wirklich weg ging, kam ich auf die Idee meinen Drachen mitzunehmen. Ein Flugkollege aus Neuseeland half mir dabei bei der Reiseplanung und ich hatte seitdem immer eine Neuseelandkarte bei mir, die eine Kombination aus Fluggebietsführer und Adressbuch war.

Allgemeine Infos zu Neuseeland

In Neuseeland gibt es ungefähr 600 Piloten, wobei das Verhältnis HG/GS ungefähr 1:4 ist. Das interessante daran ist, daß ich auf meinen Reisen hauptsächlich Drachenflieger gesehen habe, obwohl ich mich oft auch auf Geländen befand, die für beide Gattungen geeignet waren. Bei ca. 2,5 Mio. Einwohner ist Fliegen in Neuseeland leider wesentlich unpopulärer als bei uns zuhause. Obwohl die meisten Piloten sehr nett und kontaktbereit waren, liegt ein Grund hierfür oft in dem losen Zusammengehörigkeitsgefühl der Piloten und den sehr wenigen Flugschulen. Fluggelände gibt es auf beiden Inseln, wobei auf der Südinsel tendenziell die besseren Fluggebiete vorzufinden sind. Ein weiterer Grund für die wenigen Aktiven liegt in der Infrastruktur. Nur in Queenstown gibt es eine Gondel - die stark frequentiert ist - und darüberhinaus nur von GS verwendet werden, in allen anderen Gebieten muß man sich eine Transportmöglichkeit organisieren.


Hawkes Bay

Hawkes Bay ist die größte Obstanbaufläche Neuseelands. Ähnlich wie in Nelson, gibt es hier überproportional gutes Wetter. Das liegt an den diversen Höhenzügen und Vulkanen im Nordinselzentrum, die als Wetterscheide fungieren.

Die Fluggebiete in der Gegend liegen alle in der Nähe an der Küste und man kann meistens bis zum frühen Nachmittag thermisch und anschließend soarend fliegen. Leider gibt es nur eine Hand voll Piloten in dieser Region, die allerdings immer für einen Flug zu haben sind.

Te Mata Peak

Te Mata Peak ist ein beliebter Spot bei Havelock North. Der Startplatz ist zugleich auch der Aussichtspunkt am Te Mata Peak und somit ist immer für ausreichend viele Zuschauern und letztendlich auch Starthelfern gesorgt. Der Start selbst ist ein Klippenstart und nur bei gleichmäßig anstehender Thermik oder Seebrise zu empfehlen. Es gibt verschiedene Rampen von SE bis NE, außerdem gibt es die Möglichkeit von einem etwas niedrigerem Startplatz aus zu starten, wobei dieser einen kleinen Fußmarsch vorraussetzt.

Die Rampen selbst befinden sich hinter einer Absperrung, sodaß man sich sowieso erst mit den Locals in Kontakt setzen muß. Die Absperrung kann dann aufgeschloßen werden und die Rampe mit zwei Starthelfern (Zuschauer) betretten werden. Als Pilot trägt man hierbei eine höhere Verantwortung als anderswo, da es schon vorgekommen ist, daß einer der Starthelfer abgestürzt ist. Wenn der Wind laminar anliegt, ist es relativ easy zu starten, wenn nicht, ist es eh schon zu spät und man muß versuchen das beste daraus zu machen. Es ist schön öfters passiert, daß selbst erfahrene Pilot postwendend nach dem Start auf der Rückseite des Aussichtspunktes eingeschlagen sind ...

Die Site wird von Shaun Gilbert, dem einzigen Swift-Piloten in NZ, betreut. Er ist immer für einen Flug zu haben und deshalb auch immer auf der Suche nach einem Au-Pair für seine vier Kinder. Als ich bei ihm war, hatte er eine deutsches Mädel und seine AusFlüge waren zahlreich :)

Transport
am besten mit den Locals und ein Auto unten am Landeplatz stehen lassen, ansonsten schätze ich für den Rückmarsch über die steile Ridge 1,5h ein

Burma Road

Burma Road liegt an der Bundesstraße zwischen Napier und Wellington und ist ungefähr 20 Minuten von Havelock North entfernt. Der Startplatz liegt am Ende an einer 10 km langen Ridge und eignet sich bei einer Seebrise von 15 kt ideal zum stundenlangen Soaren.

Transport
eigenes Auto. Rücktransport: mit viel Glück nimmt ein Farmer dich zurück, ansonsten ist es von der Hauptstraße (Landeplatz) ein ca. 35 minütiger Fußmarsch

 


 

Paekakariki

Paekakariki liegt ca. 30 Min. von Wellington entfernt und gehört zu einem der Lieblingsgebiet der Wellingtonians. Zwischen Plimmerton und Paraparaumu erhebt sich die Hügelkette direkt aus dem Meer, sodaß dieses Gebiet selbst bei wenig Wind zu soaren ist. Die lokale Wetterstation kann über 04 239 9159 erreicht werden und es sollte wenn möglich ein W-Wind herrschen.

Der Startplatz ist ca. 200m vom Aussichtspunkt entfernt und wird erreicht, indem man bei der zweiten Einfahrt nach dem Aussichtspunkt sein Auto parkt und dann 1 Min. auf den Grashügel klettert.

Transport
Die Strecke zwischen Paekakariki und Lower/Upper Hutt ist sehr beliebt, sodaß man auch noch abends einen Lift zurück zum Auto bekommen kann. Ansonsten lohnt es sich im hiesigen Backpacker unterschlupf zu finden und einen der Gäste als Fahrer anzuheuern :)

 


 

Marlborough Sounds

 


 

Christchurch

Dune-Soaring in South Brighton

Über den Sommer (Ende Mai - Mitte Oktober) war ich wieder zuhause. In dieser Zeit ließ ich mein Auto bei Tish und Cris und meinen Drachen bei Bill in Christchurch. Als ich Mitte Oktober wieder zurück flog, übernachtete ich ein paar Tage bei Tish und Cris und wurde dann schließlich zu Ihren bekannten Dune-Trainings eingeladen. Die Düne in Christchurch ist lediglich 3-4m hoch und ich konnte nur ca. 70m an ihr entlang soaren. Bei genügend Übung war es allerdings möglich einige Kilometer rauf und runter zu fliegen. Aber auch ohne oben bleiben, ist es eine tolle Handling-Übung und sollte nicht ausgelassen werden.

Allendale

Nach dem die Schulung am Übungshang Cracroft beendet wurde, findet die Höhenschulung für die Drachenflieger aus Christchurch in Allendale statt. Allendale selbst sind ein paar Häuser in der Governors Bay und der Startplatz liegt 400m oberhalb. Der Startplatz liegt direkt neben der Summit Rd, ist aber von dieser nicht sofort zu erkennen. Um zum Landeplatz zu fliegen, empfiehlt es sich frühzeitig vom Hang zu lösen und dann ca. 3km südlich in die Überflutungsbereiche einzulanden. Wer es nicht mehr über die vorgelagerte Hügelkette schafft, kann sich auf eine Landung im abschüssigen Schafsgehege bereit machen und hoffen, daß er nicht im anschließenden Zaun landet ... (ist mir bei meinen Flügen erspart geblieben ...)

Transport
Mit dem Auto zum Ausflugsrestaurant "Sign of the Kiwi" fahren, von dort nicht nach Lyttelton, sondern ca. 5km südlich am Bergrücken zum Landeplatz. Zurück kommt man am besten mit den Locals, da es wochentags nicht so viel Verkehr in diese Richtung gibt.

 


 

Queenstown

Die Adrenalin-Hochburg von Neuseeland ist natürlich Queenstown. Hier gibt es für jedes Element was:

  • Fliegen (Tandem mit Drachen, Gleitschirm, Fallschirm, hinterm Motorboot oder Acroflieger)
  • Wildwasser (Jetboot, Boogieboard, Kajak oder Schlauchboot)
  • Klettern (Hochseilgarten, Canyoning oder "Trittleisten"-klettern)
  • ... und Feuerspucker wird's wahrscheinlich auch geben.

Als wir das erste mal 1999 in Neuseeland waren, haben wir uns aufgrund des Trubels und des guten Wetterberichts gleich dafür entschieden weiter in die Fjorde zu fahren. Leider haben wir ausser Acht gelassen, das ähnlich wie zwischen Italien und Deutschland eine Wetterscheide zwischen beiden Gebieten liegt. Wie auf den Bildern zu sehen ist, kann diese Barriere auch zu eindrucksvollen Föhnwolken führen, sodaß sich mancher Tourist frägt, warum man an so einem wunderbaren Tag nicht zum Tandem-Fliegen gehen kann.

Da sich der Tourismus nicht nur wegen "Herr der Ringe" immer stärker in Queenstown entwickelt, wird auch der Flughafen immer stärker frequentiert. Als Resultat existieren für alle Sites Kontrollzonen-Einschränkungen und sollten bei thermisch interessanten Tagen befolgt werden. Anders als hier zu Lande nimmt man diese Einschränkungen visuell wahr (... und auch gerne in Kauf), wenn man sieht das manches Mittelstrecken-Flugzeug nur mit wenig Gipfelabstand in den Talkessel einschwebt.

Coronet Peak

Zwischen dem Touristenkaff Arrowtown und Queenstown liegt der Coronet Peak. Es ist eins der größten Skigebiete und wir von allen Tandemoperatoren verwendet. Der Aufbauplatz ist riesig und kann direkt mit dem Auto erreicht werden und der Startplatz ist mit Matten und englischem Rasen ausgelegt. Der zugehörige Landeplatz "Flight Park" befindet sich ca. 2km nördlich und befindet sich locker im Gleitwinkelbereich. Neben dem Hauptplatz gibt es einen zweiten etwas geschützteren Startplatz der über die anliegende Strasse von Aufbauplatz erreicht werden kann. Nachmittags schwappt hin und wieder der Föhn von Westen über die Coronet Peak Flanken, so daß es dann unmöglich zu starten ist.

Transport
entweder mit dem eigenen Auto zum Startplatz und dann hoffen, daß man mit den Tandemfirmen wieder nach oben kommt, oder (insbesonder am späteren Nachmittag) Drachen hochfahren, das Auto unten am Coronet Peak Turn-Off stehen lassen und wieder nach oben trampen ... hoffentlich hat bis dahin der Wind nicht gedreht. Zwischen Arrowtown und Queenstown herrscht immer reger Fahrzeug-Verkehr, so daß ein Hitch-Hike zum Turn-Off kein Problem darstellt.

Crown Range

Als Alternative zum Coronet Peak gilt die Auffahrt zur Crown Range (Verbindungsstrasse Queenstown/Wanaka). Wenn nachmittags am Coronet Peak das Fliegen wegen Rückenwind nicht mehr möglich ist, dann können hier optimale Soaringbedingungen herschen.

Transport
mit dem Auto zum Startplatz und nach der Landung wieder nach oben trampen bzw. 1h gehen

Skyline Gondola

Die Skyline Gondel ist vom Zentrum in 5 Minuten zu erreichen und gehört zu den billigsten Attraktionen der Stadt. Die Bergstation ist in eine große Plattform integriert, von der man einen tollen Ausblick über den Wakatipu-See hat. Anschließend zur Bergstation befindet sich noch ein Bungy-Sprungturm und ein Street-Luge-Parcour der mit einem Bequemlichkeitssessellift erreicht werden kann.

An weniger frequentierten Tagen kann man oberhalb der Bergstation mit dem Gleitschirm starten, ansonsten ist ein 10-15 minütiger Spaziergang fällig. Obwohl es an diesem Spot verhältnismäßig oft geht, sind Streckenflüge Richtung Coronet Peak eher die Ausnahme. Deshalb muß meistens in der Stadt am an der Gondel angrenzenden Fußballplatz gelandet werden. Dieser Landeplatz ist eigentlich für die Tandemoperator reserviert und sollte so schnell wie möglich verlassen werden. Ausserdem sollte man sich bevor man hochfährt infomieren, ob irgendwelche sportliche Events stattfinden, da ein Einlanden bei diesen Bedingungen garantiert den Zorn aller Beteiligten mit sich zieht.

Der Preis für eine Gondolfahrt betrug 2005 18 NZ$ und wenn man plante öfters zu fahren konnte man sich für 50 NZ$ eine Jahreskarte kaufen.

Remarkables

Die Remarkables sind die einzigen Berge in der Nähe, die bei westlichen Winden (d.h. meistens bei Föhn) fliegbar sind. Da sie an den Flughafen angrenzen, liegen sie direkt in der Kontrollzone. Während meiner Reise hatte ich leider nicht das Vergnügen diese Gebiet auszuprobieren - hörte aber jede Menge schockierende Stories über das Föhnfliegen in diesem Bereich.

Um diese Site zu nutzen ist ATC-Freigabe notwendig, d.h. Flughafen anrufen. Selbst die muttersprachler und erfahrenen Piloten nutzten meines Wissen nie diese Möglichkeit. Einzig die Tandemfirma Skytrek läßt sich am Morgen, wenn Coronet Peak noch im Nebel hängt, die Freigabe erteilen. Wer dort fliegen möchte sollte sich vielleicht mit diesen Jungs kurzschließen.

Transport
mit den Tandemoperators, wahrscheinlich SkyTrek

 


 

Dunedin